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Magazin des Instituts für Interne Kommunikation e.V.

Die Firma in der Hosentasche

November 17, 2017

Intranets, E-Magazines, Apps – die Interne Unternehmenskommunikation macht sich mit raschen Schritten auf in die digitale Zukunft. Erste Erfahrungen zeigen: Mitarbeiter honorieren die Bemühungen der Macher durch hohe Klickzahlen und Seitenzugriffe. Aber es gibt – wie immer – noch viel zu tun.

 

Von Michael Kalthoff-Mahnke*

 

Früher war alles einfach: Da hieß die Interne Kommunikation (IK) noch Mitarbeiterinformation. Es gab monatlich oder quartalsweise die gedruckte Ausgabe einer Mitarbeiterzeitung (MAZ), eines Mitarbeitermagazins oder eines Newsletters. Dazu mehr oder weniger regelmäßig Aushänge an „Schwarzen Brettern“ und/oder Rundbriefe. Alles top-down. Howgh, die Unternehmensleitung hat gesprochen! Das war’s. Lichtjahre her. Geschichte. Abgehakt.

 

Heute ist Interne Kommunikation ein modernes Führungs- und Managementinstrument von unternehmensstrategischer Bedeutung. Die Möglichkeiten, Mitarbeiter zu informieren, sind nahezu unbegrenzt. Nachrichten aus dem Unternehmen folgen den Mitarbeitern auf Schritt und Tritt und (auf Wunsch) bis ins Private. Auch so gesehen, weichen die Grenzen zwischen Privatsphäre und Berufswelt auf. Intern gleich extern. Der Digitalisierung sei es gelobt – oder geflucht, je nach Sichtweise.

 

Wohl gemerkt: Dies ist keine Schelte an der Weiterentwicklung von Strukturen und Formaten und auch kein sehnsüchtiger Blick eines printverliebten Redakteurs in die Vergangenheit. Im Gegenteil: Die Medienlandschaft für die Interne Kommunikation ist aktuell vielfältiger denn je. Deren Macher sind heutzutage nicht mehr ausschließlich Redakteure, sondern Konstrukteure von unternehmensinternen, ausgeklügelten Kommunikationsarchitekturen und Dirigenten ganzer Orchester bestehend aus gedruckten und digitalen Medien.

 

Und: Die Interne Kommunikation ist keine Einbahnstraße mehr von oben nach unten. Die technischen Entwicklungen ermöglichen nicht nur einen offenen Dialog zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern, sondern führen in einer nächsten Ausbaustufe zur Kollaboration aller Mitarbeiter. Das sind großartige Herausforderungen und machen das Berufsfeld Interne Kommunikation spannend wie kaum jemals zuvor. Für Anbieter digitaler Formate und redaktionelle Dienstleister ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für neue Produktideen und gute Marktchancen.

 

Foto: fotolia 

 

Die MAZ im Netz

„Mobil first“, schallt es aus immer mehr IK-Abteilungen. Die vielfältigen Möglichkeiten zur mobilen Nachrichtenversorgung sind auch in der Unternehmenskommunikation angekommen. Mitarbeitermagazine, einst die Flaggschiffe der Internen Kommunikation, werden nicht mehr ausschließlich als PDF ins Intranet gestellt und bei Bedarf ausgedruckt. Die modernere Variante: Die Leser bekommen Firmennews als attraktive und vor allem responsive Online-Magazine geboten, die auch auf Smartphones und Tablets funktionieren.

 

Der nächste Sprung: Mitarbeiter-Apps

Gerade sind Unternehmen dabei, die nächste Stufe zu zünden und erweitern ihre IK-Formate durch Apps. Mitarbeiter erhalten damit Unternehmensnachrichten per Push-Funktion direkt aufs Mobile. Die Firma in der Hosentasche. Das ist wichtig insbesondere für die sogenannten No-desk-worker, also diejenigen, die nicht ständig am Schreibtisch sitzen, sondern in der Produktion arbeiten oder als Busfahrer, Logistiker, Flugkapitän, Reiseleiter oder Unternehmensberater viel unterwegs sind. Aber allein als Informationstool bleibt die Mitarbeiter-App weit unter ihren Möglichkeiten. Deshalb treiben Unternehmen die Integration von News-Kanal und Kollaborationstool voran.

 

Content first

Was allerdings auffällt bei der fortschreitenden „Mobilisierung“ der Internen Kommunikation, ist eine gewisse Technikgetriebenheit. Über die fast unbegrenzten Möglichkeiten der technischen Entwicklung hinaus sollte nicht vergessen werden: Content first. Denn die Informationsflut wächst ständig. Die menschliche Aufmerksamkeit und Aufnahmekapazität für Informationen ist aber nicht unbegrenzt. Wenn unternehmensinterne Nachrichten nicht passgenau für die Mitarbeiter sind, hilft auch keine optisch schicke App mit allem Schick und Schnack. Das galt im Übrigen schon für die gute, alte Mitarbeiterzeitschrift.

 

Chancen und Risiken abwägen

Die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der digitalen Formate bringen die Interne Kommunikation zweifelsohne auf ein neues Level. Dem Trendmonitor Interne Kommunikation der Berliner SCM – School for Communication and Management und der Mainzer Agentur MPM zufolge sind vor allem der Auf- und Ausbau des Intranets und der mobilen Internen Kommunikation Top-Projekte auf der Agenda der IK-Verantwortlichen. Aber auch hier zeigt sich: Die Technik allein macht’s nicht. Erst im Rahmen einer dialogorientierten und wertschätzenden Unternehmenskultur, die auch das kritische Feedback der Mitarbeiter als konstruktive Kritik ernst nimmt, wird mit den digitalen Kommunikationskanälen – vor allem der Mitarbeiter-App – warm werden.

 

(*Auszug aus dem Beitrag „Off und mobil“ in Lout -Magazin für Moderne Dialogkultur in der Wirtschaft, Ausgabe 03/17)

 

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