in//out

Magazin des Instituts für Interne Kommunikation e.V.

Bye bye print, hello digital

December 13, 2017

Kurz vor dem 25-jährigen Dienstjubiläum wurde das gedruckte Mitarbeitermagazin real,- Report in den einstweiligen Ruhestand versetzt, um sich dann jedoch kurz darauf im digitalen Gewand zu neuen Höhen aufzuschwingen.

 

Schon wenige Monaten nach dem Launch erfreut sich das namensgleiche Online-Magazin der real,- SB Warenhaus GmbH hoher Klickzahlen. Konzept und Umsetzung überzeugte auch die Jury des EWA Awards 2017 – und sie verlieh dem realreport.de eine Gold-Auszeichnung. in//out-Redakteur Michael Kalthoff-Mahnke sprach mit real,-Kommunikationschef Markus Jablonski über Konzept, Inhalte und die Vorteile von „digital“.

 

 

Kleines Team mit großer Wirkkraft: Esther Bönnen, Tatjana Sladek und Markus Jablonski haben den real,-Report erfolgreich von print auf digital umgestellt. Foto: real

 

 

in//out: Herzlichen Glückwunsch zum EWA Award 2017 in Gold. Wie überrascht waren Sie, als Sie die Einladung zur Preisverleihung erhielten?

 

Jablonski: Die Überraschung war natürlich riesig. Der offizielle Start von realreport.de war ja erst Anfang Juni dieses Jahres. Die Einreichung war daher relativ spontan. Dass es am Ende zu Gold gereicht hat, freut uns natürlich besonders, zumal wir als Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels ganz sicher andere Ressourcen als viele andere Wettbewerbsteilnehmer zur Verfügung stehen haben 

 

in//out: Sie haben Ihr gedrucktes Mitarbeitermagazin nach fast 25 Jahren zugunsten des digitalen Formats eingestellt. Warum?

 

Jablonski: Hätte man uns im Sommer 2016 gefragt, wie der real,- Report im Frühjahr 2017 aussehen wird, wären uns sicher viele Antworten eingefallen. Nicht aber die, dass es kein gedrucktes Heft mehr, sondern eine Onlineversion geben wird. Zugegeben – zunächst fiel der Gedanke etwas schwer, dass aus Kostengründen DAS Mitarbeitermedium, an dem die meisten aus unserem Team schon mehr als zehn Jahre erfolgreich gearbeitet und dass wir kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert haben, nun nicht mehr in der gewohnten Form erscheinen sollte. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass heutzutage kein anderes Medium so limitiert ist, wie ein gedrucktes Heft mit zirka 36 Seiten, das nur alle drei Monate erscheint.

 

in//out: Wie hat die Belegschaft das aufgenommen? Schließlich war das Printmagazin fast ein Vierteljahrhundert am Start.

 

Jablonski: Klar gab es Reaktionen, auch bei den Arbeitnehmervertretern. Aber wir haben bei der Konzeptentwicklung darauf geachtet, möglichst viel Bekanntes und Gewohntes aus der Printversion zu übernehmen und mit den Vorteilen des digitalen Formates anzureichern. In sieben statt bisher fünf Rubriken finden die Mitarbeiter alle Inhalte, die es auch in der Printausgabe gab: ein Top-Thema, aktuelle Kurzmeldungen aus der Branche und dem Konzern, Interviews mit Mitarbeitern, Berichte aus den Märkten, Storys über Kolleginnen und Kollegen, Service und Unternehmensthemen wie Nachhaltigkeit, Unternehmenskultur oder Karrierethemen.

 

in//out: Klingt gut! Wie sieht denn die Praxis aus?

 

Jablonski: Da vier bis fünf Themen wöchentlich neu veröffentlicht werden, sind die Inhalte wesentlich aktueller als in der früheren Printausgabe. Die Einbindung anderer Medienformate wie Film, Audiofiles oder Bildergalerien bereichern die Berichterstattung. Das bringt Abwechslung und macht das Portal spannend. Seit dem offiziellen Start Ende Juni bis heute sind insgesamt rund 200 Artikel veröffentlicht worden.

 

in//out: Wer sorgt für den nötigen Content?

 

Jablonski: Die Erstellung der Texte und Bilder erfolgt ausschließlich von zwei engagierten Kolleginnen aus der Internen Kommunikation. Der größte Teil der Recherche liegt bei uns. Mittlerweile kommen aber auch immer mehr Themenvorschläge von den Mitarbeitern selbst. Die Umsetzung aber folgt dann durch unsere Abteilung – und das ganz oft noch immer „vor Ort“ in unseren Märkten aber auch bei unseren Lieferanten.

 

in//out: … und wie kommt das Online-Magazin bei den Mitarbeitern an?

 

Jablonski: Die Mitarbeiter schätzen unserem ersten Eindruck nach vor allem die Vorteile des digitalen Formats. Das sind vor allem Aktualität und Vielseitigkeit. Jeder Artikel verfügt zudem über eine Like-Funktion, so kann man schnell auf einen Beitrag reagieren, ohne einen langen Leserbrief schreiben zu müssen. Eine systematische Aufarbeitung der Nutzerwünsche steht allerdings erst in der ersten Jahreshälfte 2018 an. Und wer weiß: Vielleicht freuen wir uns irgendwann über eine direkte Dialogfunktion unter jedem Beitrag und machen den real,- Report so noch lebendiger. Das ist allerdings auch immer ein Thema, das mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert werden muss.

 

 

 

in//out: Aber können denn alle Mitarbeiter überhaupt auf die Seite zugreifen?

 

Jablonski: Die Frage haben wir uns natürlich auch gestellt. Wie in Einzelhandelsunternehmen unserer Größe üblich, arbeiten nur wenige Mitarbeiter an einem Computerarbeitsplatz beziehungsweise haben Zugriff auf einen Rechner. Bei uns sind das lediglich 15 Prozent: Zentralmitarbeiter, Geschäftsleiter, Verwaltungsmitarbeiter, Teamleiter. Smartphones sind bei den Führungskräften nicht flächendeckend im Einsatz, Tablets sind noch eher die Ausnahme. In Anlehnung an das Konzept „Bring your own device“ haben wir uns schließlich für eine Public Domain als Lösung für unsere Ausgangslage entwickelt. realreport.de ist eine öffentlich zugängliche, responsive Webseite, die von den real,-Mitarbeitern über private mobile und stationäre Endgeräte aufgerufen werden kann. Die Artikel können aber auch ausgedruckt und damit bei Bedarf ans Schwarze Brett gepinnt oder im Aufenthaltsraum in den Märkten ausgelegt werden.

 

in//out: Haben Sie denn kein Problem, dass potenziell interne Nachrichten auch für Dritte zugänglich sind?

 

Jablonski: Es gibt in jedem Unternehmen Informationen, die aus gutem Grund weder in einer Printausgabe, noch in einer Onlineversion Dritten zugänglich gemacht werden sollten. Das ist selbstverständlich. Die Inhalte, die wir über diesen Kanal mit unserer Mannschaft teilen sind hingegen nicht „vertraulich“, aber interessant und informativ, motivierend und entsprechend lesefreundlich aufbereitet. Bereits die  gedruckte Ausgabe des real,-Reports lag seinerzeit in einer 30.000er Auflage in den Märkten - nicht nur zugänglich für Mitarbeiter, sondern auch für Außendienstmitarbeiter, Behördenvertreter und viele andere mehr. Und auch das gedruckte Heft wurde mit nach Hause genommen und wurde von den Familienmitgliedern gelesen. Warum auch nicht? Schließlich ist jeder Mitarbeiter auch Botschafter unseres Unternehmens. Und auf Auszeichnungen wie aktuell den EWA Award ist sicher nicht nur das Redaktionsteam stolz, sondern alle real-Mitarbeiter.

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