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Magazin des Instituts für Interne Kommunikation e.V.

Kein Bedarf für Angebotspopulismus in Klopapier-Qualität

Gedanken zur Corona-Krise von Hermann-Josef Berg, Stellvertretender Vorsitzender des Institutes für Interne Kommunikation und Vorsitzender der EWA Award-Jury.

Karrikatur: Doro Weber

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht? Aber ich fühle mich aktuell wie auf einem Schlauchboot, das in den Wellen der Zeit hin und her wogt. Und als Risikopatient fürchte ich den Moment, wo das Coronavirus in einer großen Welle über meine kleine Gummi-Insel schwappt und mich im Meer der Krankheit versenkt. Allerdings: Die Hoffnung lebt, selbst in dieser Situation noch das rettende Gesundheitsufer zu erreichen.

Jeder mag anders empfinden, aber keiner wird leugnen, wie unsicher die Gesamtsituation – mit den drastischen Einschränkungen – unseren gegenwärtigen Alltag macht. Täglich steigen hierzulande immer noch die Infektionszahlen, mehren sich die Toten (wertet man die Zahl nun als gering oder hoch – tot ist tot). Vom Blick ins benachbarte europäische Ausland und nach Übersee ganz zu schweigen …

Natürlich ist die Kommunikation/die Information in dieser Phase wertvoll. Wenn Medien allerdings suggerieren wollen, „Wir sind für Euch da“ (Fallbeispiel swr), ist dies nur die halbe Wahrheit. Natürlich geht es hier auch um Einschaltquoten, die das Coronavirus nolens volens liefert. Was viele Medien allerdings richtig machen, sind die Berichte über die konkreten Auswirkungen über die Pandemie. Auf Unternehmen, Geschäfte, Gastronomie, Obdachlose et cetera. Die Wiedergabe solcher Emotionen ist gerade in Krisensituationen zunächst sehr wichtig – sie schaffen Verständnis, Einordnung, Bereitschaft zum Mitwirken. Dagegen ist die permanente Frage, wann die Corona-Gefahr wohl gebannt sein werde, so überflüssig wie das Virus selbst.

Jetzt bitte keine Floskeln

Überflüssig in der gegenwärtigen Situation erscheinen mir auch Angebote oder Floskeln von Dienstleistern in der Unternehmenskommunkation, deren einziges Ziel es wohl ist, sich für Aufträge in Erinnerung zu bringen. In seitenlangen Online-Abhandlungen finden sich dann Formulierungen wie „Was wir leisten können (und müssen), ist eine vernünftige und besonnene Kommunikation“. In anderen Zeiten etwa nicht? Oder es finden sich kostenlose Webinar-Angebote, in denen Erkenntnisse dahingehend versprochen werden, „warum die klassische Interne Kommunikation in der Corona-Krise versagt“. Die Interne Kommunikation kann doch durchaus in jeder Krise versagen – oder? Sorry, aber für mich ist dies Angebotspopulismus in Klopapier–Qualität (wobei letzteres real ja tatsächlich gebraucht wird).

Was also machen? Jetzt die Informationen liefern, die helfen, die Auswirkungen der Krise – nicht zuletzt emotional – zu verstehen. Ändern sich die gesundheitlichen Rahmenbedingungen und ergeben sich wieder Perspektiven für Gesellschaft und Wirtschaft, diese Nachrichten mit harten Fakten und einer Portion Motivation verbreiten. Die Analyse des Vorgehens in der Corona-Krise eingeschlossen.

Die gegenwärtige Corona-Quarantäne zu Hause hat einen unschätzbaren Vorteil: Man denkt mehr darüber nach, was wichtig und unwichtig (geworden) ist.

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